Stichschutzweste

Was ist eine Stichschutzweste und wogegen schützt sie?

Um sich gegen eventuelle Gefahren zu schützen, tragen Polizisten und Sicherheitsmitarbeiter Stichschutzwesten. Sie schützen den Träger vor Angriffen mit Messern oder anderen spitzen Gegenständen. Im Idealfall wird auf diese Weise eine Verletzung vermieden. Zumindest wird aber deren Schweregrad gemildert. Stichschutzwesten werden allerdings heutzutage nicht lediglich von Polizisten und Sicherheitsmitarbeitern, sondern auch von Fahrgastkontrolleuren, Ordnungsamtsmitarbeitern und auch von Privatpersonen getragen.

Woraus besteht eine Stichschutzweste?

Zumeist bestehen Stichschutzwesten aus einem speziellen Kunstfasergemisch. Dieses kann durch seine Beschaffenheit das Durchdringen von Messern und anderen scharfen Gegenständen verhindern.

Welche Typen von Stichschutzwesten gibt es?

Grundsätzlich können Stichschutzwesten in zwei unterschiedliche Typen unterteilt werden. Einige Modelle sind zertifiziert, sodass sie von der sogenannten Vereinigung der Prüfstellen für angriffhemmende Materialien und Konstruktionen (VPAM) geprüft und in eine Klasse eingeteilt werden. Anschließend erhalten sie ein KDIW-Zertifikat und eine Zusatzbezeichnung von K1 bis K4. Die Ziffern sagen etwas über den Schutzgrad aus, sodass K4 den besten Schutz bietet und K1 den niedrigsten. Nicht zertifizierte Stichschutzwesten, die zwar stichhemmend sind, schützen automatisch nicht ganz so gut. Allerdings sind solche Modelle zumeist auch etwas günstiger. Dafür fehlt aber ein unabhängiger Nachweis, der eine Aussage über den Schutzgrad machen kann.

Welche Schutzlevel beziehungsweise Schutzklassen gibt es?

Wie im obigen Abschnitt beschrieben, werden Stichschutzwesten in unterschiedliche Schutzklassen eingeteilt: K1, K2, K3 und K4. Die Ziffer bestimmt den Schutzgrad, wobei K4 den besten Schutz bietet. K steht in diesem Zusammenhang für Klinge. Häufig werden zusätzlich noch die Schutzklassen D (Dorn), I (Injektionskanüle) und W (Würfel) verwendet. Nähere Informationen zu den einzelnen Schutzklassen finden Sie im Prüfdokument von der VPAM.

BU Stichschutzweste - Stichhemmende Tactical Unterziehweste 1 L-XL*

BU Stichschutzweste - Stichhemmende Tactical Unterziehweste 1 L-XL*
  • Stichschutzweste - Stichhemmende Tactical Unterziehweste 1
  • Diese Schutzweste kann bequem z.B. unter einem Sweatshirt oder Pullover getragen werden.
  • Die stichhemmenden 2,2 mm dicken Kunststoffplatten befinden sich im Rücken- und Brustbereich. Der Bauch und Brustbereich ist zusätzlich mit einer ca. 1,2 mm starken Aluminiumplatte geschützt. Diese kann dem Körper angepasst werden.

Wo kommen Stichschutzwesten zum Einsatz?

1. Sicherheitsdienste und Sicherheitspersonal

Heutzutage müssen Sicherheitsmitarbeiter immer mit eventuellen Gefahren rechnen. Dazu gehören auch Angriffe mit Messern oder diversen anderen scharfen Gegenständen. Deswegen werden immer häufiger Stichschutzwesten getragen. Da sich das Sicherheitspersonal sehr häufig in gefährliche Situationen begeben muss, ist dies auch sehr zu empfehlen.

2. Türsteher

Die Brutalität und die Gewaltbereitschaft in Diskotheken nehmen immer mehr zu. Und da die Türsteher die Aufgabe haben, eventuelle Streitigkeiten und Schlägereien zu schlichten, sollten auch sie sich schützen. Wenn zum Beispiel einem Gast der Einlass verwehrt wird, kann dieser schon einmal aggressiv reagieren. Die Stichschutzweste schützt vor einem Messerangriff und kann problemlos unter der Kleidung getragen werden.

3. Zugbegleiter/Fahrgastkontrolleure

Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln kommt es zu immer wieder zu gefährlichen Situationen. Zum Beispiel kann die Fahrkartenkontrolle nach einem Fußballspiel zu einer echten Herausforderung werden. Wenn ein Schwarzfahrer entlarvt wurde, kann dieser auf die Strafe sehr aggressiv reagieren. Immer häufig ist von Übergriffen auf Fahrgastkontrolleure zu lesen. Vor allem wenn Alkohol im Spiel ist, schrecken viele Täter nicht davor zurück, auf das Personal einzuschlagen oder sogar einzustechen. Auch hier kann die Stichschutzweste also sehr nützlich sein. Denn so können zumindest lebensgefährliche Stich- und Schnittwunden am Oberkörper verhindert werden.

4. Mitarbeiter des Ordnungsamts

Gerade wenn es um Knöllchen geht, sind Mitarbeiter des Ordnungsamts sehr häufig das Ziel von Gewalt. Viele Menschen akzeptieren die Strafe nicht oder sind so wütend über die Tatsache, dass sie so viel Geld bezahlen müssen, dass die Mitarbeiter angegriffen werden. Um zu verhindern, dass es zu schwereren Verletzungen durch Messer oder spitze Gegenstände kommt, sollten auch sie eine Stichschutzweste unter der Kleidung tragen.

5. Privatpersonen

Immer mehr Privatpersonen kaufen sich eine Stichschutzweste. Hierfür gibt es unterschiedlichste Gründe, der Zweck ist allerdings immer derselbe: die Angst bei einem Überfall von einer Stichwaffe verletzt zu werden. Da sich die Westen leicht tragen lassen und es zu kaum Einschränkungen kommt, können sie auch im Alltag getragen werden. Vor allem wenn man in einen Problembezirk mit sehr häufigen Übergriffen lebt, ist Schutz sehr wichtig.

Vorteile und Nachteile gegenüber kugelsicheren Westen

Wenn eine Schutzweste gekauft werden soll, gilt es zu überlegen, gegen welche Art Bedrohung man sich schützen möchte. Grundsätzlich haben Stichschutzwesten den Vorteil, dass sie gegen direkte Angriffe mit Messern oder anderen scharfen Gegenständen schützen. Nachteilig ist hingegen, dass sie keinen Schutz gegen Fernangriffe mit Schusswaffen bieten. Daher sollte genau überlegt werden, welche Bedrohungen wahrscheinlicher sind. Polizisten tragen sehr häufig kugelsichere Westen, wenn sie auf einer Demonstration eingesetzt werden. Da diese allerdings nicht ideal gegen Messer und andere scharfe Gegenstände schützen, sollte auch hier überlegt werden, welche Variante für den jeweiligen Zweck besser geeignet ist.

PRODEF Mod. III Schnitt- & Stichschutzweste - Zertifiziert nach VPAM KDIW 2004*

PRODEF Mod. III Schnitt- & Stichschutzweste - Zertifiziert nach VPAM KDIW 2004*
  • Hochwertig gefertigte Schutzweste mit Stich- & Schlagschutz sowie Reißverschluss zum leichten An-/Ausziehen
  • Edelstahlplatten im Rücken und Bauch/Brustbereich sowie zusätzliche Kunststoffplatten im kompletten Westenbereich
  • Ergonomische dem Oberkörper angepasste Frontplatte für einen höheren Tragekomfort
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Weiterführende Links
  1. Beschusshemmende Weste | wikipedia.org
  2. Vereinigung der Prüfstellen für angriffshemmende Materialien und Konstruktionen (VPAM) | vpam.eu

Titelbild: © markusspiske – pixabay.de